Yuko Nagakura – Gründerin von World Coding Club & SHEQUALITY

ZUM HAUPTINHALT
Pangea temporary hotfixes here

Mit neun Jahren erlernte Yuko Nagakura das Programmieren. Jetzt, mit 17, baute sie zwei globale Communitys auf, mit denen Sie mehr Mädchen für den Tech-Bereich interessieren und die Ungleichheit der Geschlechter in der Branche bekämpfen will. Yuko kam zu Logitech MX für die #WomenWhoMaster-Serie, um über ihre Leidenschaft für das Programmieren zu sprechen und darüber, wie sie Mädchen, die jünger sind als sie selbst, etwas zurückgibt, sowie wie ihre globale Community sogar ihre eigenen Ansichten zum Feminismus in Frage stellt.

F: Erzählen Sie etwas darüber, wie Sie aufgewachsen sind. Waren Sie ein traditioneller Computerfreak?

​​Ich lebe in Japan und bin Japanerin, aber im Alter von ungefähr sechs bis 14 Jahren habe ich in den USA gelebt. In den USA aufzuwachsen, gab mir viele Chancen, die Kinder in Ländern wie Japan vielleicht nicht hatten. Das hat mich dazu inspiriert, etwas zurückzugeben.

Ich mag Computer, schon immer, seit ich sehr, sehr jung war. Als ich acht Jahre alt war, bat ich meine Eltern um einen Computer. Sie haben mir einen zu Weihnachten geschenkt und ich war sofort verliebt. Als ich neun war, begann ich auf einer Online-Plattform namens Scratch mit dem Programmieren. Meine Eltern haben mich immer unterstützt.

„Ich denke, die Beteiligung der Eltern * ist der entscheidende Faktor, wenn es darum geht, dass ein junger Schüler etwas erkunden möchte.“

F: Sie haben den World Coding Club ins Leben gerufen, eine Organisation für Schüler, die sich zum Ziel gesetzt hat, jungen Menschen eine qualitativ hochwertige, praxisnahe Ausbildung im Technologiebereich zu bieten, indem sie sie an die Informatik und das technische Unternehmertum heranführt. Inwiefern spielte Ihr frühes Interesse für Technik eine Rolle bei der Gründung einer gemeinnützigen Organisation?

In den USA war ich intensiv an Hackathons, Programmierwettbewerben sowie Programmierevents und -turnieren beteiligt, die es mir ermöglichten, meine Programmierkenntnisse und meine Leidenschaften im Allgemeinen zu erweitern.

Als ich zurück nach Japan zog, waren die Dinge anders. Die Idee zum World Coding Club entstand in der Schule, als ein Lehrer einen Tag lang Programmieren unterrichtete. Es hat überhaupt keinen Spaß gemacht!

„Ich erinnere mich, dass meine Klassenkameraden sagten: ‚Das ist so langweilig.‘ Und damals dachte ich: ‚Moment, hier in Japan gibt es viel Raum, um Schülern der Mittel- und Oberstufe auf unterhaltsame Weise Gelegenheit zum Programmieren zu geben.‘“

Ein Jahr später gründete ich den World Coding Club mit einem anderen High-School-Schüler, der ebenfalls aus den USA nach Japan zog. Als erstes organisierten wir einen Hackathon für Schüler der Mittel- und Oberstufe in Japan. Jetzt bekommen wir Anmeldungen aus der ganzen Welt. An unserem letzten Hackathon nahmen Schüler aus mehr als 30 Ländern teil.

F: Wie betreuen Sie jüngere Schüler?

Das Coolste daran war, jüngere Schüler zu betreuen. Wir kommunizieren während der Hackathons direkt mit den Schülern über Discord und andere Kommunikationsformen. Das kann direkte Hilfe oder ein Denkanstoß sein wie: „Hey, vielleicht ist dies die Richtung, in die du dein Projekt führen könntest.“ Es war toll, mit den Schülern in Kontakt treten und ihnen nach besten Kräften helfen zu können.

Yuko Nagakura Sheqality Portrait

F: Hatten Sie einen Mentor oder eine Mentorin?

Ja. Meine Englischlehrerin: Sie half mir nicht beim Programmieren, aber als ich 13 Jahre alt war, brachte sie mir etwas über die Gleichstellung der Geschlechter und Feminismus in der Literatur bei. Sie war selbst eine Verfechterin des Feminismus. Ihr Unterricht weckte mein Interesse für Aktivismus. Und ich glaube, in diesem Sinne hat sie mir geholfen, Communitys wie den World Coding Club und SHEQUALITY zu gründen, die Feminismus fördern.

F: Was ist SHEQUALITY und warum haben Sie damit begonnen?

SHEQUALITY ist eine Online-Plattform, auf der Autorinnen aus aller Welt Artikel über Feminismus aus einer globalen Perspektive veröffentlichen. Wir haben gerade den Meilenstein erreicht, 100 Artikel zu veröffentlichen!

Angefangen hat alles, als ich aus den USA nach Japan zurückgekehrt bin. Mir ist aufgefallen, dass es hier all diese Unterschiede in Bezug auf Feminismus und Geschlechtergleichstellung gab – sowohl gute als auch schlechte. Diese Unterschiede interessierten mich und so begann ich ein Tagebuch über das, was ich sah.

Dann begann ich mit 15, eine Online-Schule zu besuchen. Plötzlich kamen meine Klassenkameraden von verschiedenen Orten auf der ganzen Welt. Wir alle mussten uns vorstellen, und ich schrieb, eines meiner Interessen ist Feminismus. Ein paar andere haben sich bei mir gemeldet und gesagt, dass das cool sei. Da habe ich gedacht, ich könnte mein Tagebuch vielleicht in eine richtige Plattform verwandeln und andere Mädchen dazu einladen. Das war der Anfang von SHEQUALITY. 

Das ursprüngliche Team bestand aus sechs Mädchen aus verschiedenen Ländern. Dann sagten andere Mädchen, die die Artikel gelesen hatten, dass sie auch mitmachen wollten, also vergrößerten wir unser Team weiter. Jetzt haben wir Autorinnen aus allen bewohnten Kontinenten.

F: Das klingt, als hätten Sie SHEQUALITY ins Leben gerufen, um die Welt zu verändern, aber hat es Sie verändert?

In den USA gibt es Feminismus einfach. Er ist für alle da. Sogar Männer können Feministen sein, und eine andere Vorstellung hatte ich nicht. Aber dann gab es einen Artikel von einem Mädchen aus Costa Rica, der mir klar machte, dass meine Auffassung von Feminismus wirklich nur auf meine Erfahrung und die Regionen zutrifft, in denen ich gelebt habe. Mir wurde klar, dass der Feminismus, den eine bestimmte Region braucht, wer beteiligt sein kann und wofür er sich einsetzt, je nach Kultur unterschiedliche Formen annehmen muss.

„Die Artikel zu lesen und mit den anderen Mädchen zu sprechen, hat mir wirklich die Augen geöffnet. Da Mädchen aus so vielen verschiedenen Kulturkreisen dabei sind, hat sich meine Einstellung zum Feminismus verändert.“

F: Was würden Sie sich wünschen, dass es in der heutigen Welt der MINT-Fächer und Computerwissenschaften gängiger wäre?

Ich wünschte, es wäre nicht nötig, das zu tun, was ich tue. Es gibt viele großartige gemeinnützige (Non-Profit) und andere Organisationen auf der Welt, die das tun, was nötig ist. Aber ich hoffe, dass es in Zukunft weniger nötig sein wird, explizit zu erklären, dass Frauen und Mädchen in der Technologiebranche willkommen sind.

Treten Sie mit Yuko auf LinkedIn in Kontakt. Um mehr über SHEquality zu erfahren, besuchen Sie bitte Shequalityblog.org.

Women Who Master stellt Frauen vor, die herausragende Beiträge im MINT-Bereich geleistet haben. Ziel der Serie ist es, diese Beiträge zu würdigen, zukünftige Führungskräfte zu inspirieren und dazu beizutragen, das Geschlechtergefälle im Technologiebereich auszugleichen.

Bildnachweis: Yuko Nagakura

#WOMEN­WHOMASTER

ENTDECKEN SIE, WER ES AN DIE SPITZE GESCHAFFT HAT IN MINT

Nelly Cheboi

Als Studentin am College wollte Nelly Cheboi eine Lösung entwickeln, um die Armut in ihrem Heimatland Kenia zu beseitigen. Also gründete sie eine Schule und später eine gemeinnützige Organisation, die Selbstwirksamkeit, Fehlerbehebung und Internetkenntnisse lehrt.

Nadia Zhuk

Als Kind war Nadia Zhuk von Technologie eingeschüchtert. Heute ist sie als Autodidaktin Softwareentwicklerin. Nadia erzählt, wie ihre Identität als Frau, Einwanderin und Quereinsteigerin ihren Weg im Technologiebereich geprägt hat.

Jerelyn Rodriguez

Jerelyn Rodriguez möchte dazu beitragen, dass Menschen aus einkommensschwachen Vierteln verstärkt miteinander zusammenkommen können. Die Mitbegründerin von The Knowledge House gibt ihrer Community in der Bronx etwas zurück, damit mehr Menschen den Weg in hochbezahlte Tech-Jobs finden.