Spät zu MINT, heute ganz vorne mit dabei: Julie Hanell

Spät zu MINT, heute ganz vorne mit dabei: Julie Hanell

Als Weltreisende mit einer lebenslangen Leidenschaft für das Lernen und Erforschen begann Julie Hanells Weg in die Technik mit einer Web-App für ein Online-Bekleidungsgeschäft und führte sie nun zu LookBack, einer hochmodernen Test- und UX-Analyseplattform für Websites und Apps. Wir haben uns mit Julie für die #WomenWhoMaster Serie von Logitech MX zusammengesetzt, um herauszufinden, was sie dabei gelernt hat und was sie gern den Frauen sagen möchte, die in ihre Fußstapfen treten.

  

Die Reise beginnt

Schon früh fühlte sich Julie von fernen Orten und neuen Erfahrungen angezogen. Sie wollte die Welt als Diplomatin erleben. Eine Modelkarriere ermöglichte es ihr, ihre Träume von internationalen Reisen zu verwirklichen, bevor sie nach Südafrika zog und in Kapstadt ein pulsierendes Zentrum für technische Innovation entdeckte.

Julie Hanell am Fenster sitzend

F: Was war Ihr Traumberuf als Kind?

Als ich jung war, habe ich mich nicht wirklich für MINT interessiert. Ich wollte Diplomat werden und die Welt bereisen, um herauszufinden, was andere Kulturen alles zu bieten haben. Aber letztendlich hat alles geklappt, denn Technologie hat mir die Möglichkeit gegeben, in vielen verschiedenen Städten, Ländern und Unternehmen zu arbeiten.

MINT hat mir definitiv die Kraft gegeben, meinen Kindheitstraum zu verwirklichen.

F: Wann haben Sie sich zum ersten Mal für MINT interessiert?

In meinem Berufsleben gab es einige Veränderungen. Nachdem ich mit 19 nach Südafrika gezogen bin, wurde MINT zu einem wichtigen Element meines Lebens. Davor habe ich in Paris gelebt und Vollzeit gemodelt. Ich habe nie ein MINT-Fach studiert. Kapstadt war damals ein Hotspot der Innovation – viele Leute um mich herum gründeten Startups und entwickelten Apps. Ich stellte ein Team von Entwicklern ein und arbeitete eng mit ihnen zusammen, um eine App für ein Online-Unternehmen namens ClosetClique zu entwickeln.

Kompetenzen und Selbstvertrauen aufbauen

Für ihren Wechsel zu MINT benötigte Julie eine neue Wissensgrundlage, aber sie stellte überrascht fest, dass ihre bisherigen Erfahrungen ihr auf unerwartete Weise halfen. Heute möchte sie anderen Frauen klar machen, dass sie unabhängig von ihrem Hintergrund Wege für sich selbst schaffen und wertvolle Beiträge leisten können.

Unsere Arbeit, die wir heute schon früh für eine gerechte Bildung für Schülerinnen leisten, wird in Zukunft zehnfach Frucht tragen. Und ich hoffe, dass wir bis 2100 die Ergebnisse dieser Arbeit sehen werden.

Julie Hanell auf einem Stuhl sitzend

F: Wie haben Sie bei Ihrem Wechsel in den Technologiebereich Hindernisse überwunden und Lernkurven gemeistert?

Ich war dem Gefühl konfrontiert, nicht dazuzugehören, und stand vor der Herausforderung, das Wissen und die Erfahrungen zu erwerben, die notwendig sind, um im MINT-Bereich auch als Nachzüglerin erfolgreich zu sein. Technische Kenntnisse habe ich durch eine sehr enge Zusammenarbeit mit einem Team von Web-Entwicklern erworben, das ich mit 22 Jahren eingestellt hatte, um ClosetClique zu entwickeln. Sie erklärten mir, was es mit SEO auf sich hat, und brachten mir die Grundlagen des Programmierens bei, was mich später motivierte, einige Kurse für App-Programmierung unter Android und iOS zu belegen.

Es gibt in der MINT-Branche so viele verschiedene Jobs für junge Frauen.

Wenn sie einen Hintergrund in einem anderen Bereich haben, mag das wie ein Hindernis wirken, aber heutzutage gibt es so viele Kurse und Bootcamps zum Erlernen neuer Fähigkeiten, dass dies nicht mehr stimmt. Frauen, die aus anderen Bereichen zu MINT kommen, haben einen hohen Mehrwert zu bieten, denn es sind neue Perspektiven erforderlich, um jede Art von Produkt oder Unternehmen zu verbessern.

Erfolge feiern und Türen für andere öffnen

Als Tech-Führungskraft ist Julie heute in einer Position, in der sie ihre Karriere überschauen und Frauen, die auf dem Weg nach oben sind, ihre hart verdienten Erkenntnisse vermitteln kann. Der Schlüssel zum Erfolg ist ihrer Meinung nach, neugierig zu bleiben und sich Zeit zu nehmen, um Erfolge zu feiern.

F: Wie sieht Ihre tagtägliche Arbeit als Head of Growth bei LookBack aus?

Tag für Tag entwickle ich Strategien, bei denen es darum geht, neue Unternehmenskunden zu gewinnen und deren Zufriedenheit als Kunden sicherzustellen. Ich würde sagen, das ist sehr vertriebsorientiert, aber ohne das Produkt genau zu verstehen und zu wissen, wie die Benutzer mit dem Produkt interagieren und was sie daran mögen, wäre es wirklich schwer, diese Arbeit ganz zu erledigen.

F: Welche Ratschläge können Sie Mädchen und Frauen geben, die heute studieren, um später im MINT-Bereich zu arbeiten?

Zwei Sachen. Erstens musst du immer neugierig bleiben. Ich denke, Neugierde hilft dir weiterzukommen, weil sie es dir ermöglicht, nützlichen Rat anzunehmen, den Status quo in deinem Bereich zu hinterfragen und neue Lösungen zu finden. Wenn du eine Branche umkrempeln willst, hast du keine andere Wahl, als kreativ oder innovativ zu sein. Zweitens – und ich wünschte, ich hätte das gewusst, als ich jünger war – lernst du, den Prozess zu genießen.

Wenn man jung ist, ist man heiß auf Erfolg und ist voller Energie. Man will einfach loslegen und schnell Ergebnisse sehen. Aber wenn du dir bewusst Zeit nimmst, um innezuhalten und Erreichtes zu feiern, wirst du in der Lage sein, deine Anstrengungen auf dem höchsten Niveau zu halten.

Vernetze dich mit Julie auf LinkedIn und Twitter. Besuche die Website, um mehr über LookBack zu erfahren.

Women Who Master stellt Frauen vor, die herausragende Beiträge im MINT-Bereich geleistet haben. Ziel der Reihe ist es, diese Beiträge zu würdigen, künftige Führungskräfte zu inspirieren und dazu beizutragen, die Kluft zwischen den Geschlechtern in der Technologie zu schließen.